Impotenz und Inkontinenz oder Tumorrezidiv – was ist besser?

HIFUDie meisten Prostatakarzinome (ca. 80%) liegen in der Außenzone der Prostata, nahe des neurovaskulären Bündels (Gefäß-Nervenbündel des Penis), des Rektums (Enddarm) und des Sphinkters (Blasenschließmuskels). Soll das Karzinom mittels HIFU zerstört werden, so muss das Tumorgewebe mittels verdichteter Schallwellen hoch erhitzt werden. Dabei wird allerdings auch das umgebende Gewebe miterhitzt und teilweise geschädigt, da die durch HIFU eingestrahlte Energie vom erhitzten Tumor in die Umgebung abfließt – so wie der heiße Kaffee auch die ihn umgebende Tasse erhitzt. Dem Tumor benachbarte Strukturen können dabei ebenso beschädigt werden wie die Finger des Kaffeetrinkers, der die heiße Tasse hält.
Bei der vollständigen HIFU-Behandlung eines Prostatakarzinoms bis zur Prostatakapsel reichend besteht daher die Gefahr, dass durch die Zerstörung des neurovaskulären Bündels Impotenz, durch die Schädigung des Rektums eine Fistel (Fehlverbindung zwischen Darm und Prostata) und durch die Erhitzung des Sphinkters Urininkontinenz entsteht.

Zur Vermeidung dieser unerwünschten Komplikationen bleibt dem behandelnden Arzt nur die Möglichkeit, einen Sicherheitsabstand zwischen der Behandlungszone und den benachbarten anatomischen Strukturen einzuhalten. Dabei werden Tumoranteile, die in der Nähe der Prostatakapsel liegen, meist nicht ausreichend erhitzt, so dass sie erhalten bleiben. Dies führt zu erneutem Tumorwachstum – sogenannten Rezidiven oder Rezidivtumoren. Diese sind nach einer HIFU-Behandlung typischerweise in den postero-lateralen und apikalen Anteilen der Prostata lokalisiert, also in jenen Bereichen, die sich in direkter Nachbarschaft zum neurovaskulären Bündel und Sphinkter befinden. Bei 30 bis 70% aller Männer tritt nach HIFU ein Prostatakarzinom-Rezidiv auf.

HIFU wird von Operateuren, die eine chirurgische Entfernung der Prostata (radikale Prostatektomie) empfehlen, oft wegen dieser Rezidive kritisiert. Dabei wird aber Folgendes vergessen: Auch nach einer Prostatektomie treten in 30 bis 40 % aller Fälle Rezidive auf. Und die meisten Männer sind nach einer chirurgischen Ektomie impotent, viele inkontinent. Ferner kann eine HIFU-Therapie entgegen der Totalentfernung oder einer Strahlentherapie (Brachytherapie, externe Bestrahlung, Protonen ect.) wiederholt werden. Wird bei einer HIFU-Behandlung genügend Abstand zu empfindlichen Stukturen gehalten, kann zumindest das Risiko einer Impotenz und Inkontinenz minimiert werden – eine Abwägung zwischen besserer Lebensqualität und erhöhtem Rezidivrisiko.

Durch die Einführung der IRE (irreversiblen Elektroporation – NanoKnife®) in die Prostatakarzinomtherapie werden diese bisher durchaus berechtigten Abwägungen jedoch obsolet, da durch die IRE-Behandlung eine vollständige, restlose Behandlung von Prostatakrebs ohne Schädigung umgebender Strukturen möglich ist.

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Professor Stehling

Michael Stehling

 

Prof. Dr. med. Dr. phil. Dr. med. habil. Michael K. Stehling - University Professor of Radiology, Jerusalem University Visiting Scholar, University of California in Berkeley, Privatdozent an der LMU München

 

Prof. Stehling war wissenschaftlicher Mitarbeiter von Sir Peter Mansfield, der 2003 für die Entwicklung der Magnetresonanztomographie mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde. Seit 2010 leitet Prof. Stehling das auf moderne Diagnostik und minimal invasive Therapieverfahren spezialisierte Prostata-Center in Frankfurt am Main/Offenbach.

Dr. med. Stefan Zapf

Stefan Zapf

 

Dr. med. Stefan Zapf studierte Biologe und Humanmedizin an der Universität in Mainz. Hier war er nach der Facharztausbildung sowohl in der diagnostischen und interventionellen Radiologie, als auch in der Strahlentherapie in leitender Position tätig. Seit 2005 leitet er die interventionelle Radiologie des Institutes für Bildgebende Diagnostik und des Prostata-Centers. Zusammen mit Prof. Stehling führte er weltweit die meisten erfolgreichen Interventionen mit gepulsten E-Feld Verfahren durch.

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