Krebs Zelle

Neue Hoffnung für Patienten mit metastasierendem Prostatakrebs: Immunotherapie und Irreversible Elektroporation (IRE)

Prostatakrebs, der Metastasen gebildet (gestreut) hat, gilt als nicht mehr heilbar. Zwar kann die Überlebenszeit der Betroffenen durch Hormontherapie (Anti-Androgene, chemische Kastration) verlängert werden, jedoch passen sich die Krebszellen früher oder später an. Dann liegt ein sogenanntes kastrationsresistentes Prostatakarzinom (CRPC) vor. Eine neue Krebstherapie, die selbst dann noch wirksam ist, basiert auf der Kombination von zwei neuen Ansätzen: Einer immunologisch stimulierenden Ablation des Primärtumors (IRE, IR-ECT oder Kryotherapie) in Kombination mit das Immunsystem stimulierenden (immunmodulierenden) Medikamenten, sogenannten monoklonaren Antikörpern.

Prostatakrebs wächst meist sehr langsam. Ab einer gewissen Größe und insbesondere bei aggressiven, sogenannten high-grade Prostatakarzinomen (Gleason-Score >=8), kann der Krebs jedoch streuen und Metastasen bilden. Dies kann sowohl nach einer vorausgegangenen Behandlung (operative Entfernung der Prostata = Prostatektomie, Strahlentherapie, etc.) als auch ohne zuvor erfolgte Therapie passieren. Eine Metastasenbildung erfolgt früher oder später bei rund 50% aller Männer mit einem diagnostizierten Prostatakarzinom.

 

Prostata mit prostata krebs zellen

 

 

   

Ausschnitt einer Prostata Drüse mit Prostatakrebs Zellen an allen Gangwänden. 

 

 

 

 

 

 

migrating Cancer cell  

 

 

 

 

   Rund 100x stärker vergrößert,  eine einzelne

   migrierende Krebszelle.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das kastrationsresistente Prostatakarzinom (CRPC): Bisher das Ende der therapeutischen Fahnenstange

Gemäß der Behandlungsleitlinien für Prostatakarzinome erfolgt spätestens beim Nachweis einer Metastasierung eine Blockade des männlichen Sexualhormons Testosteron, auch antihomonelle Therapie oder chemische Kastration genannt. Da das Wachstum der Prostatakrebszellen durch Testosteron gefördert wird, stoppt dies zunächst den Krebs. Leider stellen sich die Krebszellen früher oder später auf alle verfügbaren Hormonblockaden ein und der Prostatakrebs wächst weiter, mit oder ohne Testosteron: man spricht dann von einem hormonrefraktärem oder kastrationsresistenten Prostatakarzinom (CRPC). Alle weiteren Therapien gelten dann als palliativ, haben also nicht mehr die Heilung als Ziel sondern nur eine gewisse Verlängerung des Überlebens.

 

Prostatakrebs und Immuntherapien: Körpereigene Abwehrkräfte als hochwirksame Therapie

Bis vor kurzem wurden Krebs und das Immunsystem von einem Großteil der Ärzteschaft separat betrachtet. Krebszellen wurden oft als unsichtbar und unangreifbar für das Immunsystem angesehen. Daher wurde dem Immunsystem in der Prognose und der Therapie von Krebs wenig Ausmerksamkeit geschenkt. Auf Grund der enormen Komplexität des Wechselwirkung zwischen Krebszellen und dem Immunsystems ist eine genaue Beurteilung auch heute noch schwierig.

 

Ribbon-Diagramm eines monoklonaren Antikörpers

   Ribbon-Diagramm eines monoklonaren

   Antikörpers (PD-1, Pembrolizumab)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit immer besseren Methoden in der Zell- und Mikrobiologie sowie in der Genetik gelingt es jedoch zunehmend besser, das Zusammenspiel zwischen Körper, Immunsystem und Krebs zu verstehen. Die Erkenntnisse wurden zwischenzeitlich in erste effektive Immunotherapien umgesetzt. Das zunehmende Interesse und Verständnis von Immuneffekten in der Krebstheapie hat auch dazu geführt, daß sekundäre Immuneffekte von fokalen Therapiemethoden nachgewiesen werden konnten, insbesondere bei Behandlungen mit der Irreversiblen Elektroporation (IRE, NanoKnife), Elektrochemotherapie und Kryotherapie; diese Verfahren töten Krebszellen nicht nur lokal ab, sondern aktivieren das Immunsystem, das nach einer IRE-Behandlung vermehrt Krebszellen angreift und abtötet (siehe News). Der Effekt ist dem einer Impfung gegen den Krebs vergleichbar.

 

Basierend auf den Erkenntnissen aus der Krebsimmunforschung wurden zwischenzeitlich erste Medikamente zur Krebsbehandlung zugelassen, sogenannte monoklonale Antikörper, auch bekannt als Checkpoint Inhibitoren (PD-1, PD-L1, CTLA-4 ect.). Einige dieser Medikamente sind in Deutschland bereits für die Behandlung des hormonresistenten Prostatakarzinoms zugelassen. Neuere Forschungsergebnisse zeigen nun, daß die Kombination von Immunotherapien mit fokalen Ablationsverfahren wie der Irreversiblen Elektroporation zu einer Potenzierung der Wirksamkeit führt und neue Wege für die Behandlung des kastrationsresistenten Prostatakarzinoms eröffnet.

 

 Lymphozyten des Immun Systems attackieren eine Krebszelle

 

 

  Lymphozyten des

  Immunsystems

  attackieren eine

  Krebszelle.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Synergistische Nutzung von fokaler Gewebeablation und Immunotherapie: Eine neue Ära der Krebstherapie

Nach ersten Studien an einem Tiermodellwerden nun Patienten an der renommierten US-amerikanischen Johns Hopkins University in Baltimore in einer klinischen Studie mit einer Kombination aus Kryoablation und Immunotherapie behandelt [1]. Ähnliche Studien laufen im Bezug auf Brustkrebs [2].

Besser als die Kryoablation ist die fokale Therapie mittels Irreversibler Elektroporation (IRE), da sie stärkere sekundäre Immuneffekte auslöst, in den USA zur Zeit jedoch aus regulatorischen Gründen nicht uneingeschränkt zur Behandlung von Prostatakrebs eingesetzt werden kann.

Im Prostata Center in Offenbach nutzen wir die sekundären Immuneffekte der IRE seit Jahren. Die Forschungsergebnisse aus den USA bestätigen den Nutzen unseres Therapieansatzes. Da die in den USA eingesetzten immunmodulierenden Medikamente auch in Deutschland für die Behandlung von Patienten zugelassen sind, eröffnet sich nun auch für Männer mit kastrationsresistentem metastasierendem Prostatakarzinom eine neue Behandlungsoption.

Unser Team aus Urologen, Onkologen und interventionellen Radiologen verfügt weltweit über die größte Erfahrung mit der Irreversiblen Elektroporation (IRE), auch als NanoKnife-Behandlung bekannt. Durch unsere onkologischen Experten verfügen wir über eine in Deutschland einmalige Expertise auf dem Gebiet der Kombination von Immunotherapien mit der IRE.

Alle Therapien, insbesondere aber kombinierte Immuntherapien, werden im Prostata-Center für jeden Patienten auf individueller Basis geplant und durchgeführt. Im Rahmen dieser sogenannten „individuellen Heilversuche“ kann die optimale Therapie für jeden Patienten ermittelt und durchgeführt werden. Dies steht im Gegensatz zu den in den S3-Leitlinien standardisierten Therapien, die auf klinischen Studien großer Patientenkohorten basieren, oft nicht den neuesten Stand der Wissenschaft widerspiegeln und, als Grundlage für das Gesundheitssystem kosteneffizient sein müssen.

Da viele Patienten nicht warten wollen oder können, bis neuartige Therapien in den Katalog der Standardbeahndlungen aufgenommen werden, führen wir diese im Prostata-Center in Offenbach auf individueller Basis schon heute durch.

 

 

Radiologen, Urologen, Hämatoonkologe, Biologen, Physiker und die weltweit meiste Erfahrung – Das Prostata-Center ist die richtige Adresse für die neusten Therapien bei Prostatakrebs.

Falls Sie oder ein Angehöriger von einem metastasierten und/oder Hormonrefraktären Prostatakarzinom betroffen sind, würden wir Ihnen empfehlen sich von uns eine Zweitmeinung zu holen. Neben vollständiger und hochwertiger Diagnostik beraten wir Sie umfangreich über alle neuen Möglichkeiten der Immun Therapien bei Prostatakrebs. Hier finden Sie unsere Kontaktdaten.

 

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Head, Tumor Therapy Center and Stem Cell-based Therapies

Prof. Dr. med. Johannes Atta


Consultant in Hematology & Medical Oncology


Prof. Atta studied Medicine and Classical Studies at the Universities of Würzburg and Frankfurt, with clinical electives at the University of Western Australia and at Harvard Medical School in Boston, USA. From 1995 to 2006 he was research assistant at the Department of Hematology and Oncology at Goethe University Hospital, Frankfurt, from 2007 to 2009 senior physician at the Department of Hematology and Oncology at the University Hospital of Giessen, and from 2009 to 2016 consultant in Hematology and Oncology at the Department of Hematology and Oncology at Goethe University Hospital, Frankfurt. On 1 November 2016, Prof. Atta joined the Tumor Therapy Center. He is member of several scientific networks, including the German Society of Hematology and Oncology (DGHO), and the American Society of Clinical Oncology (ASCO).

 

Welche Immuntherapien gegen Krebs gibt es?

Krebs Immuntherapie ist ein weitläufiger Begriff unter dem sich bereits jetzt schon einige grundlegend verschiedene Ansätze verbergen, welche lediglich die Gemeinsamkeit haben, dass sie über eine Modulation des Immunsystems auf den Krebs einwirken.

 

Zelluläre Immuntherapie bei Prostata Krebs

Therapie mit dendritischen Zellen: Bei der dendritischen Zelltherapie wird eine immunologische Tumorantwort durch Injektion von Antigen präsentierenden dendritischen Zellen provoziert. Die reagierenden Lymphozyten werden dadurch programmiert, andere Zellen mit gleichen oder ähnlichen Antigenen im gesamten Körper anzugreifen. Es gibt mehrere verschiedene Methoden die dendritischen Zellen zu aktivieren und auf die passenden Antigene einzustellen. Eine Studie, welches die beste Variante bei Prostatakrebs ist gibt es noch nicht. (Stand 2017)

Killerzellen Therapie: NK-Zellen, LAK-Zellen und T-Killer-Zellen können ex-vitro (im Labor) spezifisch auf einen Tumorzelletyp abgerichtet und re-injiziert werden.

 

Monoklonare Antikörper Immuntherapie bei Prostata Krebs

Monoklonare Antikörper binden an unterschiedlichen „Checkpoints“ für welche sie spezifisch entwickelt wurden.  Mögliche Checkpoints mit Relevanz für das Prostatakarzinom sind PD1 (Pembrolizumab, Nivolumab), PD-L1 (Atezolizumab) und CTLA4 (Ipilimumab). Die Kombination mit einer Tumomassenreduktion mittels IRE potenziert vermutlich die Wirkung.

weitere Informationen

Cytokine Immunterapie bei Prostata Krebs

Interferon: Interferone (Typ I,II,III) werden normalerweise vom Körper gebildet um Anti-Virus Antworten des Immunsystems anzufordern. Jedoch spielen diese auch eine Rolle bei der Krebsimmunologie. Injektionen (Lokal, systemisch und eventuell unter lokaler reversibler Elektroporation) lösen Immunreaktionen gegen manche Krebsarten aus.

Interleukin: Interleukine wirken sich auf die Bildung von T Killer Zellen aber auch regulatorischer T-Zellen aus und können für die Immuntherapie eingesetzt werden. 

Siehe Wikipedia Cytokine  

  

Erfahren Sie mehr:

·        Die Irreversible Elektroporation IRE 
·        Immuneffekte von IRE 
·        Technik der IRE im Detail
·        Kombinierte IRE und Electrochemotherapie (IRECT) bei ausgedehnten, inoperablen Tumoren
·        Häufig gestelte Fragen - FAQ
·        Anfrage / Kontakt

 

 


 

Bibliographie

[1] https://clinicalconnection.hopkinsmedicine.org/news/cryotherapy-plus-immunotherapy-may-equal-new-hope-for-men-with-metastatic-prostate-cancer

[2] McArthur, Heather L., et al. "A pilot study of preoperative single-dose ipilimumab and/or cryoablation in women with early-stage breast cancer with comprehensive immune profiling." Clinical Cancer Research 22.23 (2016): 5729-5737.

 

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Professor Stehling

Michael Stehling

 

Prof. Dr. med. Dr. phil. Dr. med. habil. Michael K. Stehling - University Professor of Radiology, Jerusalem University Visiting Scholar, University of California in Berkeley, Privatdozent an der LMU München

 

Prof. Stehling war wissenschaftlicher Mitarbeiter von Sir Peter Mansfield, der 2003 für die Entwicklung der Magnetresonanztomographie mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde. Seit 2010 leitet Prof. Stehling das auf moderne Diagnostik und minimal invasive Therapieverfahren spezialisierte Prostata-Center in Frankfurt am Main/Offenbach.

Dr. med. Stefan Zapf

Stefan Zapf

 

Dr. med. Stefan Zapf studierte Biologe und Humanmedizin an der Universität in Mainz. Hier war er nach der Facharztausbildung sowohl in der diagnostischen und interventionellen Radiologie, als auch in der Strahlentherapie in leitender Position tätig. Seit 2005 leitet er die interventionelle Radiologie des Institutes für Bildgebende Diagnostik und des Prostata-Centers. Zusammen mit Prof. Stehling führte er weltweit die meisten erfolgreichen Interventionen mit gepulsten E-Feld Verfahren durch.