Bei Patienten mit Tumorerkrankungen, so auch beim Prostatakarzinom, ist vor der Therapie ein Staging und Grading durchzuführen.

Beim Staging wird die Ausbreitung der Tumorerkrankung im Körper bestimmt. Dazu sind ein lokales und ein Ganzkörperstaging erforderlich.

Das lokale Staging bestimmt die Tumorausbreitung im befallenen Organ und den direkt angrenzenden anatomischen Stukturen. Beim Prostatakarzinom ist die endorektale multimodale MRT das beste Verfahren für das lokale Staging. Sie ist dem (endorektalen) Ultraschall (US), der Computertomographie (CT) und der Positronen-Emissions-Tomographie (PET oder PET-CT) in Bezug auf Gewebekontrast und Auflösung weit überlegen.

Das Ganzkörperstaging bestimmt die Tumorausbreitung im restlichen Körper, hier insbesondere das Vorliegen von Lymphknoten-, Knochen- und Organmetastasen. Das Ganzkörperstaging kann auf drei unterschiedliche Arten durchgeführt werden:

  1. Knochen(Skelett)szintigraphie und Computertomographie (CT).
    Dies ist die klassische Methode. Sie liefert häufig falsch positive Ergebnisse, weil degenerative Veränderungen (Verschleiß) an Knochen- und Gelenken in der Szintigraphie mit Knochenmetastasen verwechselt werden können. Auch ist der Nachweis von Lymphknotenmetastasen in der CT erst dann möglich, wenn die Lymphknoten krankhaft vergrößert sind.
  2. Ganzkörper-MRT mit diffusionsgewichteten Aufnahmen.
    Diese Methode ist ohne Strahlenbelastung und hat eine höhere Nachweisempfindlichkeit für Knochen- und Lymphknotenmetastasen. Falsch positive Befunde, wie in der Knochenszintigraphie, sind sehr selten.
  3. Cholin- oder PSMA-PET (Positronen-Emissions-Tomographie).
    Diese Methode hat die höchste Nachweisempfindlichkeit für Lymphknoten- und eine ähnlich gute Nachweisempfindlichkeit für Knochenmetastasen wie die Ganzkörper-MRT. Dabei nutzt die PSMA-PET einen Tracer (Kontrastmittel) für das prostataspezifische Membranantigen und ist somit empfindlich und spezifisch für Prostatakarzinommetastasen. Diese können deshalb teilweise auch schon in normal großen Lymphknoten nachgewiesen werden.

Beim Grading wird die Aggressivität und Gefährlichkeit des Tumors anhand von Gewebeproben bestimmt. Dabei wird der Differenzierungsgrad des Tumorgewebes beurteilt, d.h. der Grad der Abweichung vom normalen Gewebebild. Bei Prostatakarzinomen erfolgt dies durch die Bestimmung des sogenannten Gleason Scores.


Keine Therapieentscheidung ohne Staging und Grading

Auf keinen Fall sollten Therapieentscheidungen ohne ausführliches Staging und Grading getroffen werden. Leider werden u.a. Prostatakarzinompatienten immer wieder operiert, ohne dass vorher ein lokales Staging mit einer multimodalen MRT erfolgt ist. Das kann zur Folge haben, dass eine Operation erfolglos abgebrochen werden muss, wenn sich herausstellt, dass der Tumor nicht mehr operativ entfernt werden kann. Oder aber es verbleiben Tumoranteile im Körper, die dann zu einem Rezidiv führen.


PSMA-PET-CT bei Prostatakarzinom

Die PET-CT-Untersuchung mit dem Tracer PSMA (prostataspezifisches Membranantigen) ist das derzeit modernste bildgebende Verfahren zum Ganzkörperstaging beim Prostatakarzinom. PET-CT steht dabei für die Kombination aus Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und Computer-Tomographie (CT).

Die PET ist in der Lage den Tumorstoffwechsel darzustellen, während die CT den Tumor räumlich exakt lokalisiert. Damit lassen sich auch wenige Millimeter große Tumore schon in einem sehr frühen Stadium aufspüren, was mit anderen Verfahren bisher nicht möglich war. Deshalb ist die PET-CT insbesondere geeignet Lymphknotenmetastasen nachzuweisen, wenn die betroffenen Lymphknoten noch nicht krankhaft vergrößert sind.

Auch zum Nachweis von Knochenmetastasen ist die PET-CT geeignet, wobei die Ganzkörper-MRT dem PET-CT bei dieser Fragestellung teilweise überlegen ist.

Bei Lokalrezidiven in der Prostata, d.h. beim Wiederauftreten des Tumors nach Prostatektomie oder Strahlentherapie kann die PET-CT zum Einsatz kommen, wenn die Ergebnisse der multimodalen endorektal-MRT unklar sind.

Abbildung 1: Lokalrezidiv eines Prostatakarzinoms nach Entfernung der Prostata


Technik der PET-CT

Bei der PET-Untersuchung erhalten die Patienten eine geringe Menge der radioaktiv markierten Substanz PSMA (oder Cholin). Diese reichert sich in den Zellen des Prostatakarzinoms vermehrt an. Die krankhaften Zellen werden dann auf dem PET-Bild als leuchtende Punkte sichtbar. Gleichzeitig stellt die Computertomographie das Innere des Körpers dreidimensional dar.

Bei Prostatakrebs kann die PET-CT-Untersuchung notwendig sein bei Verdacht auf Wiederauftreten der Krebserkrankung bei ansteigendem Tumormarker PSA, bei Verdacht auf Prostatakrebs trotz negativer Biopsie oder bei Verdacht auf Metastasen in Lymphknoten und anderen Organen.

Durch die frühzeitige Diagnose kann der behandelnde Arzt anschließend die für den Patienten beste Behandlung wählen. Eine PET-CT-Verlaufskontrolle kann zeigen, ob die Behandlung wirkt und ein Patient z.B. auf eine Chemotherapie anspricht.

Das Prostatakarzinom ist die häufigste Tumorerkrankung bei Männern in Europa. Jedes Jahr erkranken allein in Deutschland zehntausende Männer daran. Eine frühzeitige Diagnostik erhöht die Chance auf Heilung.


Untersuchungsablauf

Zunächst werden wir Ihnen eine geringe Menge einer schwach radioaktiv markierten Substanz injizieren. Diese reichert sich wenig später in stoffwechselaktivem Gewebe an.

Die verwendeten Substanzen werden sehr gut vertragen, allergische Reaktionen sind nicht bekannt. Die Strahlenbelastung ist gering und schnell wieder abgebaut.

Danach werden etwa zehn Minuten lang PET-CT-Bilder vom Becken aufgezeichnet.

Anschließend entspannen Sie für etwa eine Stunde in einem Ruheraum.

Danach werden wir Bilder vom ganzen Körper aufnehmen, was ca. 15-30 Minuten dauert.

Während der Untersuchung liegen Sie auf einer Liege, die sich in die kegelförmige Öffnung des PET-CT-Gerätes hineinbewegt. Die Öffnung ist relativ weit und die Röhre so kurz, dass Sie sich nicht eingeengt fühlen müssen. Die Messung ist fast geräuschlos.

Die Untersuchung dauert insgesamt ca. drei Stunden.

Abbildung 2: Lymphknotenmetastasen im Becken bei einem Patienten mit Prostatakarzinom


Vorbereitung und danach

Sie müssen am Untersuchungstag nicht nüchtern sein.

Bitte trinken Sie vor der Untersuchung mindestens einen halben Liter Wasser.

Bitte nehmen Sie zwei Tage vorher bis zur Untersuchung weder Innereien noch Kohlspeisen, Käse und Alkohol nur in Maßen zu sich.

Ihre Medikamente können Sie wie gewohnt einnehmen. Bitte bringen Sie Ihre Medikamenten-Liste mit.

Bitte bringen Sie die Befunde Ihrer Voruntersuchungen mit. Besonders wichtig sind Ausdrucke, oder am besten die CD der letzten CT- und MRT-Untersuchungen.

Die radioaktiv markierte Substanz wird für jeden Patienten einzeln bestellt (Kosten: mehrere hundert Euro) und ist nicht lagerfähig. Bitte halten Sie Ihren Termin deshalb unbedingt pünktlich ein oder sagen ihn spätestens zwei Tage vorher ab.

Die Bilder und der Befund werden innerhalb eines Tages ausgewertet und Ihrem behandelnden Arzt schnellstmöglich zugeschickt. Sie selbst bekommen eine CD mit den PET-CT-Bildern.

Wenn Sie weitere Fragen haben, sprechen Sie uns gerne an!

Prostata-Center



Strahlenberger Straße 110

63067 Offenbach am Main



Telefon: 069-50 50 00 980

Fax: 069-50 50 00 98-8



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Professor Stehling

Michael Stehling

 

Prof. Dr. med. Dr. phil. Dr. med. habil. Michael K. Stehling - University Professor of Radiology, Jerusalem University Visiting Scholar, University of California in Berkeley, Privatdozent an der LMU München

 

Prof. Stehling war wissenschaftlicher Mitarbeiter von Sir Peter Mansfield, der 2003 für die Entwicklung der Magnetresonanztomographie mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde. Seit 2010 leitet Prof. Stehling das auf moderne Diagnostik und minimal invasive Therapieverfahren spezialisierte Prostata-Center in Frankfurt am Main/Offenbach.

Dr. med. Stefan Zapf

Stefan Zapf

 

Dr. med. Stefan Zapf studierte Biologe und Humanmedizin an der Universität in Mainz. Hier war er nach der Facharztausbildung sowohl in der diagnostischen und interventionellen Radiologie, als auch in der Strahlentherapie in leitender Position tätig. Seit 2005 leitet er die interventionelle Radiologie des Institutes für Bildgebende Diagnostik und des Prostata-Centers. Zusammen mit Prof. Stehling führte er weltweit die meisten erfolgreichen Interventionen mit gepulsten E-Feld Verfahren durch.

Zusammengefasst

  • Wichtigste Regel bei Verdacht auf Prostatakrebs: Keine Panik! Die meisten Prostatakarzinome sind relativ ungefährlich. Gute und gründliche Diagnostik sowie reifliche Abwägung der Therapieoptionen sind der beste Weg.
  • Bei erhöhtem PSA liefert die Prostata-MRT die verlässlichsten Informationen für das weitere Vorgehen – nicht-invasiv, schmerzfrei und ohne Infektionsrisiko.
  • Weist die MRT ein Karzinom nach, wird eine Biopsie notwendig, um die Aggressivität des Karzinoms gemäß des Gleason Score zu erfassen (Grading). Die vorausgegangene MRT stellt sicher, dass das Karzinom bei der Biopsie getroffen wird (MRT-gesteuerte und/oder 3D-Biopsie).
  • Zur Planung einer fokalen, Prostata-erhaltenden Therapie ist in den meisten Fällen eine transperineale 3D-Biopsie sinnvoll. Diese liefert die exaktesten Informationen über die Ausdehnung des Karzinoms in der Prostata und über den genauen Gleason Score. Die 3D-Biopsie unter Narkose ist schmerzfrei und ohne Infektionsrisiko.
  • Durch Histo-Modelling® entstehen aus den MRT-Daten und den Ergebnissen der 3D-Biopsie eine 3D-Darstellung des Karzinoms in der Prostata – die Grundlage für eine fokale Therapie mit hoher Präzision.

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